Projekte

Anhydrite Biennale of Media Art (2019)

 

Das erste Mal in der 150-jährigen Geschichte der Schauhöhle wird der natürliche Raum zum Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst. Dieses abgeschlossene, gleichsam natürliche Gebilde bie- tet die ideale Form für die Präsentation von Installationen der Audio-, Video- und Lichtkunst. Mit Aufkommen der medial basierten Kunst hat sich in der Mitte der 90er Jahre eine Entwicklung vom »white cube« zur »black box« vollzogen, die den Bedürfnissen der Projektionsmedien nach verdunkelten, abgeschlossenen und akustisch abgeriegelten Räumen Rechnung trägt.

Es verweist damit auf die veränderten Rezeptionsbedingungen für medial basierte Kunst. Aktuelle Museumsneubauten für Mediensammlungen wie das Privatmuseum von Julia Stoschek, der amerikanischen Sammler Pamela und Richard Kramlich außerhalb von San Francisco oder der Anbau »Base103« der Sammlung Goetz in München berücksichtigen diese Bedürfnisse. Mit der Eröffnung von »Base103« setzte Ingvild Goetz einen neuen Schwerpunkt ihrer Ausstellungstätigkeit im Medienbereich. Letztere sind gänzlich unterirdisch angelegt und imitieren einen höhlenähnlichen Raum, wodurch optimale Bedingungen für die Präsentation medialer Kunst möglich wurden. Im Gegensatz zum Museumsbau nutzt die Ausstellung die natürlichen Gegebenheiten. Abgeschirmt von externen Lichtquellen und beeinflussenden Nebengeräuschen, betritt der Betrachter über eine Licht- und Akkustikschleuse den eigenen, abgeschlossenen Raum.

Mit den neuen technischen Möglichkeiten zeichnen sich auch neue Präsentationsformen im Raum ab, die eine kuratorische Konzeption jenseits von »black« und »white cube« des Museums zulässt: Eine offenere Form der Präsentation und einen stärkeren Dialog zwischen den ausgestellten Arbeiten und ihrer Umgebung.

Hybride Realität

Die Ausstellung dient der Beschreibung einer unauflösbaren, iterativen Wechselwirkung sozialer Prozesse und technischer Artefakte, durch die sich laut Latour der Dualismus von Technik und Gesellschaft genauso wenig als strikte Trennung aufrechterhalten lässt wie der von Kultur und Natur, welcher bereits in Latours Begriff der Hybriden aufgehoben wurde.

Projekte

REAL – UNREAL / Thüringer Gründertag (2018)

 

Eine Kooperation des Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx), der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK) und Gesellschaft zur Förderung der Künstlerischen Avantgarde (GFKA) (in Gründung) im Rahmen des Thüringer Gründertag 2018

Virtual Reality ist eins der großen Themen 2018 – für die Wirtschaft, Unterhaltungsindustrie und Kunst. Die Ausstellung dreht sich um erkenntnistheoretische Fragen: Wie ist die Wirklichkeit strukturiert? Kann man überhaupt noch zwischen einer simulierten und authentischen Welt unterscheiden? Und da sind wir auch schon beim Thema: die Gesellschaft ist digital geworden. Es ist längst kein Prozess mehr, sondern vielmehr das Ergebnis daraus. Und so ist auch die Kunst heute nicht mehr nur bemaltes oder bedrucktes Papier, behauener Stein oder geblasenes Glas.

Der Konzept-und Medienkünstler Martin Höfer, als Stipendiat des ThEx mit der “Thüringer Gründerprämie für innovationsbasierte Gründungsprojekte” von der Europäischen Union gefördert, läßt für die Dauer der Ausstellung eine Skulptur frei im Auditorium schweben.

Die Besucher des ThEx sehen das Objekt jedoch nur in der virtuellen Realität auf Ihrem Smartphon oder Tablet. Die Arbeit entstand mit Unterstützung der Spezialisten von ROOOM und 360 aus Jena. Sie gewannen den Preis der STIFT und bm-t, und den Publikumspreis der StartupCon zu den Investor Days 2018.

Auf der umlaufenden Galerie im ersten Stock führen Ausgewählte Künstler des GFKA-Netzwerks die Besucher zurück in die reale Welt der Kunst. Im Fokus der Ausstellung steht der diffuse Raum zwischen Oberfläche und Tiefe und die Auseinandersetzung mit antagonistischen Zuständen und Befindlichkeiten in realen und virtuellen Räumen.

 

Projekte

Eiskanal. Citius, Altius, Fortius (2014-2018)

 

Eine künstlerische Intervention im Spitzensport und in den Massenmedien 2015/16

Das Kunstwerk "Citius, altius, fortius. – Eine künstlerische Intervention im Spitzensport und in den Massenmedien" besteht aus einer künstlerisch-konzeptuellen Arbeit im professionellen Wintersport (Kunst), der sportlichen Performance der deutschen Bob-Nationalmannschaft im Weltcup und bei den Weltmeisterschaften (Sport) sowie der künstlerischen Auseinandersetzung sowohl mit als auch in den Massenmedien (Medien). Neben der künstlerisch-sportlichen Performance und der daraus resultierenden Verknüpfung zwischen Kunst, Sport und Medien sind Ausstellungen in reiner Bild-, Bewegtbild- und Tonform geplant, welche sich mit der Wahrnehmung von Kunst, Sport und Medien auseinandersetzen. Zeitgenössische Kunst und professionalisierter Sport werden miteinander kombiniert und massenmedial initiiert. Zeitgenössische Kunst wird durch die massenmediale Verbreitung zwanglos erfahrbar, da sie in einer Öffentlichkeit gezeigt wird, die der Rezipient bewusst und mit einer positiven Erwartungshaltung betritt. Höfer nennt das „Kunst im euphorisierten Raum“. Das trägt dazu bei, die Kunst vom Elitären zu befreien und weiter zu demokratisieren.



 

Projekte

Siegen im Auftrag der Kunst (2012/2013)

 

Martin Hoefer beauftragte ein Profi-Rennteam im Motorsport im Auftrag der Kunst an 2 Rennserien teil zu nehmen. 2010 - 2015

»The art project analyses aspects of mass media, such as television, radio, newspaper, magazines, billboards or internet by focusing on the context of their strategies. The artistic concept of the work is constituted by appropriating the workflow of different kinds of mass media by temporal interventions. This process also builds up a variety of autonomous works that reflect the workings of media, which are presented in the context of fine art and have been shown in several exhibitions.«